
Nein, kein Schreibfehler.
"automation" wird hier bewusst klein geschrieben.
Autoplacer und Autorouter erfüllen regelmäßig nicht die Erwartungen anspruchsvoller Kunden in den Kriterien Optik und Routing-Resultat.
Gerade bei komplexen Designaufgaben ist ein hochwertiges Handlayout auch heute noch ohne Alternative.
Warum manuelles Routing ?
Natürlich sind Autorouter nicht generell ungeeignet für das Leiterplattenlayout. Aber sie erzielen häufig nicht das optimale Ergebnis hinsichtlich Fertigungskosten und EMV.
- Eine ausgefeilte manuelle Entflechtung kommt i.d.R. mit deutlich weniger Vias aus. Vias verursachen Impedanzsprünge auf den Leiterbahnen und verschlechtern durch die Perforation der Power-Planes die Qualität des Stromversorgungssystems.
- Autorouter benötigen bei Platinen mit hoher Packungsdichte mehr Signallagen, da eine zielgerichtete Optimierung während der Entflechtung (Bauteilverschiebungen, Gate/Pin- Swap, Leiterbahnen entgegen der Vorzugsrichtung, usw.) meistens unterbleibt.
- Zweiseitige oder gar einseitige Leiterplatten sind mittels Autorouter kaum lösbar, weil die EMV-gerechte Verlegung der Signalbahnen und vor allem der Stromversorgung sich nicht so einfach in softwareprogrammierbaren Regelwerken beschreiben lässt.
- Eventuelle Entwicklungsfehler wie z.B. falsche Stromversorgung an IC´s, fehlende oder doppelte Pull-Up´s, verpolte Elkos, versehentlich verbundene Netze, u.a. können bei der aufmerksamen Handentflechtung noch vor dem ersten Prototyp entdeckt werden.
Ingenieurbüro Gerhard Appenzeller * D-76694 Forst * Telefon : 07251 - 83312
|